O-SEE Challenge – eine Rookie Rückblende

Rookie Erfahrung Andy Hebeisen 1 kleinBis zum Start…


…ist’s nicht mehr lang. Nervosität? Druck, Spannung – wie nennt man das genau, wenn man die Startnummern und die Details in den Fingern hält? Wenn die Knie vielleicht etwas weich werden? Man(n) zum gefühlt 100sten Mal den Weg zur Toilette begeht und sich ein etwas flaues Gefühl im Magen breit macht. Auf der Bühne, oder eben vorher nennt man es Lampenfieber – ich kenne es gut. Das hat den Vorteil, dass ich darauf hoffen darf, nach dem Starthorn nicht mehr damit geplagt zu werden.


ON YOUR MAAAARKS… Rookie Erfahrung Andy Hebeisen 2 klein


…ok, die Zeit ist da – es geht los. Lampenfieber ist weg, Konzentration und eine gewisse Entspanntheit herrschen vor. Da ist das Horn, brrrrr ist das kalt – oder doch nicht? Das schon fast meditative Schwimmen läuft gut, ab aufs Bike. So. Jetzt offenbart sich, was die erfahrenen Triathleten mir sagen wollten mit: die Bikestrecke sei sehr hart. Ich hab ja trainiert und ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mir dabei viel geschenkt hatte aber diese „Schlamm-Bike-Schiebe-Expedition“ in der Zittauer Hügellandschaft (man möge mir Schweizer die Bezeichnung Hügel vergeben :-) ) ist von einem anderen Planeten. WOW. Müde aber happy mit mir selber, bereite ich mich auf den letzten Metern mental auf die Laufstrecke vor. Nun passiert das, was erfahrene Triathleten natürlich als Lehrgeld bezeichnen werden. Übelste Krämpfe verhindern einen schnellen Wechsel und zwingen mich zu einigen Dehnübungen. Aufgeben kommt im Wortschatz nicht vor, aber die Selbstsicherheit hat einen ordentlichen Knacks erhalten. Die Route empfinde ich als traumhaft schön, nur das mit dem Geniessen… das kriege ich nicht hin. Der Kampf mit dem Krampf…
Die Lautsprecheransagen werden lauter, das Ziel rückt in greifbare Nähe, das letzte Hindernis – ich bin durch. Irgendwie kann ich es gar nicht glauben, werde im Ziel grad angesprochen, das erste Bier schmeckt wunderbar. Echt jetzt, bin ich da? War‘s das? Ja, aber…


Was lange währt wird endlich… Rookie Erfahrung Andy Hebeisen 3 klein


…gut? Die Challenge hat mich physisch wie psychisch stark gefordert und mich um eine bleibende Erfahrung reicher gemacht. Das Ziel den X-Terra unter 5 Stunden zu meistern habe ich trotz Matsch, blauen Flecken und etwas Muskelkater mit einer Schlusszeit von 4:42 geschafft. Der Wettkampf, oder in meinem Fall die selbstauferlegte Individualchallenge, hat tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Das Org Team, für mich allen voran mit Heike und Falko, die Schiedsrichter, die Damen an der Startnummernausgabe, die Verpflegungsposten – alle, aber wirklich alle sind mit Herzblut bei der Sache. Auf und neben der Strecke, an den unwegsamsten Orten stehen, sitzen Zuschauer, mal alleine, mal mit Hund auf der Parkbank, mit Campingstühlen mitten im Wald oder zu zehnt in unmittelbarer Zielgeländenähe auf Festbänken: Sie alle rufen, klatschen, motivieren und haben ein Lachen auf dem Gesicht. Zittau & Co, Ihr habt meinen Respekt!
Die „AfterChallengeParty“ braucht keine Beschreibung – ich hab‘s genossen.
Ob es ein Wiedersehen gibt?


1 mal ist kein Mal :-)


Vielen Dank für alles, es grüsst herzlich aus der Schweiz
Andy